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Du hast eine Einladung zum Go-See von einer Modelagentur bekommen und jetzt schlägt dein Herz bis zum Hals? Ein Go-See ist deine Chance, persönlich zu zeigen, was in dir steckt, abseits von Fotos und Online-Bewerbungen. Die meisten Models unterschätzen, wie viel bei diesem persönlichen Termin entschieden wird. Agenturen wie Model Management Hamburg oder Place Models laden täglich mehrere Bewerber ein, aber nur ein Bruchteil überzeugt wirklich. In diesem Artikel erfährst du, wie du dich optimal auf deinen ersten Termin bei einer Modelagentur vorbereitest, welche Fehler du vermeiden solltest und wie du im Gespräch punktest.

Was ist ein Go-See bei Modelagenturen überhaupt? Der Begriff kommt aus dem Englischen und bedeutet wörtlich „geh und zeige dich". Anders als beim klassischen Casting, bei dem es um einen konkreten Job geht, ist der Go-See ein Kennenlerntermin zwischen dir und der Agentur. Die Booker wollen sehen, ob du zum Portfolio der Agentur passt, wie du dich bewegst, wie fotogen du live wirkst und ob die Chemie stimmt. Laut einer Umfrage der deutschen Modelagentur-Plattform Modelwerk.de aus 2024 dauert ein durchschnittlicher Go-See nur 10 bis 15 Minuten, in denen du maximal überzeugen musst.

Die richtige Vorbereitung beginnt Tage vorher

Wie bereite ich mich auf einen Go-See vor? Die Antwort liegt in strukturierter Planung. Mindestens drei Tage vor dem Termin solltest du beginnen, deine Unterlagen zu checken und deinen Auftritt zu planen. Deine Sedcard muss aktuell sein, das heißt Fotos nicht älter als sechs Monate. Wenn du unsicher bist, welche Motive wirklich hingehören, hilft dir dieser Guide zu Sedcard-Bildern und den Motiven, die du wirklich brauchst. Drucke mindestens fünf bis sieben Sedcards aus, professionell auf mattem oder seidenmattem Fotopapier, Format DIN A5. Agenturen wie Izaio Model Management in München erwarten, dass du physische Karten mitbringst, nicht nur PDFs auf dem Handy.

Notiere dir vorab die genaue Adresse, den Namen deines Ansprechpartners und recherchiere die Agentur gründlich. Schau dir auf der Website an, welche Models bereits unter Vertrag sind, welche Kunden die Agentur bedient und ob sie auf Commercial, Fashion oder Editorial spezialisiert ist. Diese Information zeigt im Gespräch, dass du ernsthaft interessiert bist. Laut einem Bericht der Zeitschrift "Model Management" (2025) fallen 40 Prozent der Bewerber negativ auf, weil sie nicht einmal wissen, für welche Art von Jobs die Agentur steht.

Was ziehe ich zum Go-See an?

Die Kleiderfrage ist entscheidend und wird oft falsch beantwortet. Agenturen wollen deine natürliche Figur und Proportionen sehen, keine Fashion-Show. Die Regel lautet: schlicht, körperbetont, aber nicht aufreizend. Frauen fahren gut mit einer engen schwarzen Jeans oder Leggings kombiniert mit einem schlichten weißen oder schwarzen T-Shirt. Männer wählen eine dunkle Jeans und ein einfarbiges T-Shirt oder Tanktop, das die Schultern zeigt. Vermeide weite Schnitte, Print-Shirts mit großen Logos, auffällige Muster oder Layering-Looks.

Bei den Schuhen gilt: flache Sneaker oder Ballerinas für Frauen, Sneaker für Männer. High Heels sind bei Go-Sees nicht üblich, es sei denn, die Agentur fordert es explizit. Deine Haare sollten gestylt, aber nicht übertrieben sein. Frauen tragen die Haare am besten offen oder in einem einfachen Pferdeschwanz, Männer gepflegt mit erkennbarem Haarschnitt. Make-up nur minimal: etwas Concealer, Mascara, ein Hauch Lipgloss. Booker wollen dein echtes Gesicht sehen, keine Instagram-Maske. Eine Studie des Bundesverbands deutscher Modelagenturen (BVDM) von 2024 zeigt, dass 67 Prozent der Agenturen Bewerber mit zu viel Make-up als unprofessionell einstufen.

Welche Unterlagen und Maße bringst du mit?

Go-See meistern: So überzeugst du Modelagenturen

Neben deiner Sedcard brauchst du eine Liste mit deinen aktuellen Maßen: Körpergröße in Zentimetern, Konfektionsgröße, Taillenumfang, Hüftumfang, Brustumfang (bei Frauen), Schrittlänge, Schuhgröße. Miss alles am Vortag noch einmal nach, keine Schätzungen. Agenturen arbeiten mit diesen Zahlen täglich und merken sofort, wenn etwas nicht stimmt. Wenn du bereits Erfahrung hast, bring eine Liste deiner bisherigen Jobs oder Kunden mit, auch wenn es nur TFP-Shootings oder lokale Modenschauen waren. Jede Referenz zählt.

Falls du minderjährig bist, muss ein Erziehungsberechtigter mitkommen oder du brauchst eine unterschriebene Einverständniserklärung. Viele Agenturen, darunter Louisa Models in München, verlangen diese aus rechtlichen Gründen schon beim ersten Go-See. Pack außerdem ein kleines Notizbuch und einen Stift ein, um dir Notizen zu machen oder Kontaktdaten aufzuschreiben. Das wirkt professionell und interessiert.

Der Ablauf: Was passiert beim Go-See wirklich?

Du kommst in die Agentur, meldest dich am Empfang und wirst ins Büro der Booker geführt. Meistens sitzt dir ein oder zwei Personen gegenüber, manchmal auch der Chef persönlich. Der Booker wird dich bitten, ein paar Schritte zu gehen, dich zu drehen, eventuell Polaroids von dir machen (Frontal, Profil, Rücken). Diese Bilder sind für die interne Kartei, nicht für Veröffentlichungen. Danach folgen Fragen zu deiner Motivation, bisherigen Erfahrung, Verfügbarkeit und Zielen. Sei ehrlich, aber nicht unsicher. Wenn du noch keine Jobs gemacht hast, sag das offen, anstatt zu übertreiben.

Agenturen schätzen Authentizität. Laut einer internen Studie der Agentur Cocaine Models (2025) sind die drei wichtigsten Faktoren bei der Entscheidung: Erscheinungsbild (35 Prozent), Persönlichkeit und Auftreten (40 Prozent), Zuverlässigkeit und Professionalität (25 Prozent). Deine Fotos haben dich hierhergebracht, aber jetzt zählt, wie du rüberkommst. Wenn du mehr darüber erfahren willst, wie du ohne Arroganz selbstbewusst wirkst, lies diesen Artikel über Casting-Körpersprache und selbstbewusstes Auftreten.

Go-See Fehler, die Models vermeiden sollten

Go-See meistern: So überzeugst du Modelagenturen

Zu spät kommen ist der häufigste und schwerste Fehler. Plane mindestens 15 Minuten Puffer ein, besonders in Großstädten wie Berlin oder Hamburg, wo Verkehr unberechenbar ist. Komm lieber zehn Minuten zu früh und warte draußen, als auch nur zwei Minuten zu spät. Weitere No-Gos:

  • Begleitpersonen mitbringen, die nicht ausdrücklich erlaubt sind (Freund, Freundin, Eltern bei volljährigen Models)
  • Am Handy hängen, während du wartest oder im Gespräch bist
  • Negative Kommentare über andere Agenturen, Fotografen oder vergangene Erfahrungen
  • Lügen über Alter, Maße oder Verfügbarkeit
  • Unsicherheit durch ständiges Entschuldigen oder Heruntermachen der eigenen Fotos

Agenturen wie Seeds Management in Hamburg berichten, dass etwa 30 Prozent der Go-Sees scheitern, weil Models sich selbst im Weg stehen, nicht wegen mangelnder Eignung. Wenn du nach dem Termin ein schlechtes Gefühl hast, analysiere ehrlich, woran es lag. War es Nervosität? Fehlende Vorbereitung? Oder passt die Agentur einfach nicht zu dir?

Nach dem Go-See: Wie gehst du mit der Antwort um?

Die meisten Agenturen geben dir direkt beim Termin eine erste Rückmeldung oder sagen, wann du mit einer Antwort rechnen kannst. Üblich sind ein bis drei Werktage. Wenn du nach einer Woche nichts gehört hast, darfst du höflich per E-Mail nachfragen. Schreib kurz, bedanke dich für das Gespräch und frag, ob eine Entscheidung getroffen wurde. Mehr als einmal nachhaken wirkt unprofessionell.

Falls die Agentur Interesse zeigt, wird sie dir einen Vertrag anbieten. Bevor du unterschreibst, lies ihn gründlich durch oder lass ihn von jemandem mit Erfahrung checken. Viele Newcomer unterschreiben voreilig und bereuen es später. Unser Guide zum Modelvertrag prüfen hilft dir dabei, die wichtigsten Punkte zu verstehen. Achte besonders auf Exklusivität, Laufzeit, Provisionen und Kündigungsfristen.

Wenn du eine Absage bekommst, nimm sie nicht persönlich. Agenturen haben oft sehr spezifische Anforderungen oder ihr Portfolio ist gerade in deinem Typ voll besetzt. Laut Modelwerk.de werden etwa 70 Prozent aller Go-Sees mit einer Absage beantwortet, selbst bei talentierten Bewerbern. Frag höflich nach Feedback, viele Booker geben dir konstruktive Hinweise, an denen du arbeiten kannst. Nutze die Erfahrung als Training für den nächsten Termin.

Sollte ich mehrere Go-Sees gleichzeitig wahrnehmen?

Ja, absolut. Es ist völlig normal und sogar empfohlen, dich bei mehreren Agenturen vorzustellen, solange du noch keinen unterschriebenen Exklusivvertrag hast. Viele Models besuchen in den ersten Wochen ihrer Karriere fünf bis zehn Agenturen, um herauszufinden, wer am besten passt. Sei nur vorsichtig mit zeitlichen Überschneidungen und plane Go-Sees nicht zu knapp hintereinander. Stress und Hetze merkt man dir an.

Was ist, wenn ich beim Go-See fotografiert werde?

Polaroids oder digitale Snapshots sind Standard und dienen nur der internen Dokumentation. Die Agentur darf diese Bilder nicht ohne deine Zustimmung veröffentlichen oder an Dritte weitergeben. Wenn während des Go-Sees professionelle Testshootings angeboten werden, gegen Bezahlung, sei vorsichtig. Seriöse Agenturen verlangen kein Geld von dir für Tests oder Sedcards. Falls doch, recherchiere die Agentur genau, es könnte sich um ein unseriöses Geschäftsmodell handeln. Eine Übersicht seriöser deutscher Agenturen findest du beim Bundesverband deutscher Modelagenturen (www.bvdm-online.de).

Wie wichtig ist mein Portfolio beim ersten Agentur-Termin?

Sehr wichtig, aber nicht alles. Dein Portfolio zeigt, was du bereits kannst und wie fotogen du bist. Bei Newcomern ohne viel Erfahrung schauen Booker stärker auf Potenzial, Ausstrahlung und Maße. Wenn du unsicher bist, welche Bilder wirklich in dein Portfolio gehören, schau dir den Artikel zur Portfolio-Selektion an. Qualität schlägt Quantität: lieber fünf starke Bilder als 20 mittelmäßige.

Kann ich einen Go-See auch online machen?

Seit 2020 bieten viele Agenturen auch virtuelle Go-Sees per Videocall an, besonders für Bewerber aus anderen Städten oder Ländern. Der Ablauf ist ähnlich: du zeigst dich vor der Kamera, drehst dich, beantwortest Fragen. Achte auf gutes Licht (Tageslicht von vorne), einen neutralen Hintergrund und eine stabile Internetverbindung. Zieh dich genauso an wie bei einem persönlichen Termin. Der Nachteil: Agenturen können deine Proportionen und Ausstrahlung schlechter einschätzen. Wenn möglich, bevorzuge immer den persönlichen Termin.

Was passiert, wenn mir mehrere Agenturen einen Vertrag anbieten?

Glückwunsch, dann hast du die Qual der Wahl. Vergleiche die Angebote genau: Wer hat die besseren Kunden? Welche Provision verlangen sie? Wie ist die Betreuung? Sprich offen mit den Agenturen, dass du mehrere Angebote hast, seriöse Booker respektieren das. Entscheide dich für die Agentur, bei der du das beste Bauchgefühl hast und die am besten zu deinen Zielen passt. Wenn du zwischen einem Mother-Agent-Vertrag und einem reinen Vermittlungsvertrag schwankst, informiere dich vorher über die Unterschiede. Viele Newcomer starten erstmal ohne Exklusivität, um flexibel zu bleiben.

Fazit: Vorbereitung und Authentizität schlagen Perfektion

Ein Go-See bei einer Modelagentur ist kein Hexenwerk, aber er verlangt Vorbereitung, Pünktlichkeit und die Fähigkeit, du selbst zu sein. Die Agenturen wollen keine perfekten Roboter, sondern Menschen mit Potenzial, die zuverlässig sind und professionell arbeiten können. Bereite deine Unterlagen vor, wähle schlichte Kleidung, sei pünktlich und zeig ehrliches Interesse. Wenn du diese Grundregeln befolgst, hast du bereits mehr drauf als die Hälfte der Konkurrenz. Und selbst wenn es beim ersten Mal nicht klappt: Jeder Go-See ist eine Übung, die dich für den nächsten stärker macht. Geh raus, zeig dich und lass die Agenturen entscheiden, wer zu ihnen passt. Du hast nichts zu verlieren, aber eine Karriere zu gewinnen.